Shiatsu ist eine Methode der Körpertherapie, die Anfang des 20. Jh. in Japan entwickelt worden ist. Sie ist somit noch keine 100 Jahre alt, steht aber in langer Tradition von Behandlungsformen, in denen zur Diagnostik und Therapie lediglich die Hände des Behandlers eingesetzt werden (Manualtherapie). Übersetzt heißt Shiatsu "Fingerdruck".  

Geschichtlich interessant ist, daß seit dem 6. Jh. die chinesische Medizin die Haupttherapierichtung in Japan darstellte, ab 1868 westliche Erkenntnisse zunehmend Beachtung fanden und nach dem 2. Weltkrieg sogar alle nicht wissenschaftlich begründbaren Methoden in Japan verboten worden sind.

Tokujiro Namikoshi (1905-2000) entwickelte Anfang des 20. Jh. eine "Fingerdruck"-Behandlungsform, deren Wirkung er physiologisch auf neuromuskulärer Basis begründete und so von anderen traditionellen Manualtherapien abgrenzte. 1957 wurde dieses Shiatsu  vom japanischen Gesundheitsministerium offiziell genehmigt und ist bis heute auch die einzig anerkannte Shiatsuform in Japan. 

Shizuto Masunaga (1925-1991) war ein Schüler von Namikoshi. Er erweiterte, beeinflußt von seinem Psychologiestudium und der eher traditionellen Prägung aus der Herkunftsfamilie, den physiologischen Ansatz um die psychoemotionale und spirituelle Ebene. Er selbst bezeichnete sein Herangehen als ZenShiatsu. ZenShiatsu ist die im Westen am weitesten verbreitete und gelehrte Shiatsuform. Es entspricht auch der Erfahrung der Shiatsupraktizierenden, daß eine Trennung zwischen physischem Körper und seelisch-emotionalen Reaktionen so nicht besteht. 

Zusammengefaßt läßt sich sagen, daß

Im letztgenannten Punkt ist Shiatsu Zen und damit einer von einer Auswahl von Wegen, die über die fortwährende Übung einer entsprechenden Körperhaltung  und der Präsenz im Hier und Jetzt die persönliche Entwicklung fördern.

Die Shiatsubehandlung wird auf einer Bodenmatte durchgeführt. Die zu behandelnde Person liegt entweder auf dem Rücken, dem Bauch oder in Seitlage. In selteneren Fällen wird Shiatsu auch im Sitzen ausgeübt. Jede Shiatsubehandlung setzt sich nach den inidividuellen Bedürfnissen der zu behandelnden Person aus einer Auswahl verschiedener Techniken und Berührungsmöglichkeiten zusammen. Es werden oft die Handflächen und Finger, insbesondere der Daumen, benutzt, um tiefenwirksamen entspannten Druck zu übertragen. In muskulären Körperregionen ist es mitunter sinnvoll, dafür die Knie oder Ellenbogen einzusetzen. Gelenkbewegungen dienen der Befundung und Behandlung eines eingeschränkten Energieflusses über dem entsprechenden Gelenk. Dehnungen öffnen die Energiebahnen und integrieren den Fluß nach erfolgter Behandlung.

Die Kunst im Shiatsu besteht darin, die Inhalte und die Intensität der Behandlung individuell auf die Besonderheiten und Bedürfnisse des jeweiligen Menschen absti mmen.

Eine Shiatsubehandlung dauert ca.60 Minuten und bezieht den ganzen Körper ein. Shiatsu wird am bekleideten Körper ausgeführt. Sie sollten bequeme, wärmende Kleidung tragen, da die Körpertemperatur bei tiefer Entspannung sinkt.